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Me and my Girl

Musical von Noel Gay

»So macht Musical richtig Spaß« musicals

»Brillant, charmant und sehr
unterhaltsam« Ostsee-Zeitung

»Links Inszenierung besitzt Klasse und unterhält ganz prächtig« musicalzentrale.de

Musikalische Leitung:
Regie:
Choreografie:
Step-Choreografien und Choreografie:
Dramaturgie:
Bill Snibson:
Sally Smith:
Maria, Duchess of Dene:
Lady Jacqueline Carstone:
Gerald Bolingbroke:
Herbert Parchester, Anwalt:
Sir Jasper Tring:
Yuji Natsume
Lord Battersby:
Lady Battersby:
Charles Hethersett, Butler:
Bernd Roth
Ms Brown, Vermieterin:
Katja Böhme
BallettVorpommern
Opernchor des Theaters Vorpommern
Philharmonisches Orchester Vorpommern

So macht Musical richtig Spaß

Unbegreiflich, warum dieses schmissige Stück nicht häufiger auf deutschen Spielplänen auftaucht. Es bietet höchst geistreiche Dialoge, spritzig pointierte Songtexte und eine herrlich beschwingte Musik mit Esprit, dazu einen absoluten Showstopper, den "Lambeth Walk". Auch kleinere Bühnen können es stemmen, außerdem gönnt `Me And My Girl' den Akteuren ein wahres Füllhorn an komödiantisch nutzbaren Vorlagen. Das Musical von Noel Gay in der Bearbeitung von Mike Ockreat und Stephen Frey mag vielleicht etwas nostalgisch wirken, doch es besitzt immer noch enormes Potenzial für einen Kassenschlager dank allerfeinster Unterhaltung, wie jetzt die rundum gelungene Produktion des Theaters Vorpommern mit den Stammhäusern in Stralsund und Greifswald professionell und eindrucksvoll demonstriert. Das Publikum hält es vor Begeisterung kaum auf den Sitzen. `Me And My Girl' stand erstmals 1937 in London auf dem Programm und enthusiasmierte unter anderem die damalige Königsgemahlin. Die neue, frisch geschliffene Version geriet in den 80er Jahren zum Riesenhit im Westend und am Broadway, fand später fast rund um den Globus erklecklichen Widerhall und mächtig Gefallen. [...]
Kay Link führte Regie und lässt die Puppen [...] nach allen Regeln der Musical-Kunst tanzen — ein überdimensionales Buch ist dabei der Blickfang. Den wilden Trubel auf den Brettern heizt die Choreografie von Adonai Luna und Marie-Christin Zeisset gehörig auf. Es wirbelt und fetzt, steppt und stampft, bis das hervorragend motivierte Ensemble fast außer Atem gerät. Doch trotz der beinahe pausenlosen Bewegung passt Link sensibel auf, damit niemandem die Puste ausgeht. Die Regie destilliert das Karikatureske, den charmanten Witz und die umwerfende Situationskomik aus Text und Partitur. Das Anliegen unterstützt Harish Shankar als musikalischer Leiter des munter agierenden Philharmonischen Orchesters: Er hält die Fäden straff, bereitet den Songs einen sorgsam geknüpften Klangteppich, der trägt und die Stimmungen zwischen eruptiver Kraftentladung und balladenhaften Momenten feinsinnig ausbalanciert. Liebe, Lust und Leidenschaften vom tristen Vorstadtquartier bis zur feudalen Herberge ziehen sich durch den grandios amüsanten Abend, blaublütig Borniertes und bieder Banales immer auf Tuchfühlung. Die prächtig singenden und spielenden Darsteller zurren das revuehafte Register des Musicals immer virtuos zusammen: Doris Hädrich-Eichhorn (Herzogin von Dene), Alexandra Constantinescu (Sir John Tremayne) und Franziska Ringe (Lady Jacqueline) unterstreichen köstlich die Ansprüche, heimlichen Nöte und Begierden des blasierten Adels. Katarzyna Rabczuk als frech direkte Sally und der hinreißende Joshua Hien als burschikoser Wirbelwind Bill bilden den Dreh- und Angelpunkt dieser knackig saftigen Aufführung. Die übrigen Beteiligten sind ebenfalls konzentriert und in bester Laune dabei. So macht Musical richtig Spaß. ´Me And My Girl' dürften in Vorpommern bis zum nächsten Sommer reichlich Ovationen sicher sein.

musicals (Das Musicalmagazin)

 

Guter Start: Brillant, charmant und sehr unterhaltsam

Das britische Stück gibt es seit 1937, aber erst die Frischzellenkur einer Umarbeitung und musikalischen Ergänzung verhalfen dem Stück ab 1985 vor allem in England und den USA – aber auch in Deutschland – zu hohen Aufführungsziffern. Nun also Stralsund, wo das von Kay Link höchst bewegungsfreudig inszenierte und von Adonai Luna sowie Marie-Christin Zeisset choreographierte Spektakel [...] über die als aufgefächertes Buch bebaute Drehbühne [...] ging.

[...] Geboten werden reizvolle Möglichkeiten phantasievoll witzigen, ironisierenden und karikierenden Ausspielens sich nahezu unaufhörlich neu ergebender, meist auch konfrontativ-brisanter Situationen. Und diese nutzt die Inszenierung mit der betont krassen Zeichnung unterschiedlicher sozialer Standards denn auch so einfallsreich wie ausgiebig. [...]

Die Inszenierung [zieht] alle Register flotten, revuehaften Musiktheaters. Sie lässt temporeich Gegensätze aufeinander prallen, die Dialoge witzig, aber auch messerscharf blitzen, sie lässt tanzen, steppen (!) und – als wohl sicherster Erfolgsgarant – einen singend wie brillant komödiantisch durch das Ganze fegenden Bill (Josua Hien) das Stück prägen. [...]

Drei Stunden so aufwendigen wie professionell gemeisterten Gute-Laune-Kraftakts haben sich gelohnt.

Ostee-Zeitung

 

Aus dem Arbeiterviertel auf den Adelssitz

Gute Laune pur garantiert Kay Links witzige Inszenierung des Musical-Klassikers von 1937

"Ojojoj, Mann! Heilige Scheiße, schlag mich tot!" Das sind die ersten Worte, die der neue Baron derer zu Hareford an seine hochwohlgeborene Familie richtet. [...] Bereits 19 Jahre bevor in einem Musical ein Londoner Blumenmädchen zu einer feinen Dame umerzogen wird, thematisiert "Me and My Girl" ironisch den Standesdünkel der verknöcherten, britischen Upperclass. Regisseur Kay Link zitiert in seiner temporeichen Inszenierung nicht nur mehrfach augenzwinkernd den Lerner/Loewe-Welterfolg ("Mein Gott, jetzt hat sie's"), er integriert auch aktuelle Figuren wie Nordkoreas Despoten Kim Jong-Un in den Text und peppt die nicht mehr ganz so zeitgemäße Handlung mit eigenen Ideen auf. So wird zum Beispiel der schottische Sir Jasper dabei erwischt, wie er sich den Kilt hebend im Park des Anwesens erleichtert oder die Portraits in der Ahnengalerie bekommen plötzlich Beine, die im Takt der Musik mitwippen. Neben einer Vielzahl von guten textlichen und optischen Gags punktet der Regisseur zusätzlich durch geschmackvolle Revue-Tableaus wie dem Opener nach der Pause: Wenn die adelige Society zu "Die Sonne scheint heut' spitze" schwitzend im Park Krocket spielt und picknickt, dann ist die Sommerhitze bis in den Zuschauerraum hinein spürbar.
Link setzt gleichzeitig auch auf eine pointierte Personenführung. Der Adel agiert stocksteif, die Unterklasse hingegen lässig-leger. Außerdem gibt es einige wirklich sehenswerte Slapstick-Einlagen zu bewundern, wie Bills Abwehr der erotischen Verführungskünste seiner Nichte Jacqueline mit immer kleiner werdenden Sofakissen. […] Links Inszenierung [besitzt] Klasse und unterhält ganz prächtig.

Angeführt wird das Ensemble vom gastverpflichteten Joshua Hien, der als Arbeiterkind zum Lord geformt werden soll. Er spielt Bill mit naiver Hingabe, komischem Talent und großer Beweglichkeit in seinen slapstickartigen Auftritten. Dabei glänzt der junge Darsteller als elegant-kecker (Step-)Tänzer ebenso wie als Sänger mit frischem, tenoral eingefärbten Bariton. [...]

"Ojojoj, Mann! Heilige Scheiße, schlag mich tot!" Bill Snibsons erste Worte an seine Familie gelten auch für diese rundum gelungene Musical-Aufführung.
Kai Wolfes, musicalzentrale.de

Es ist die Inversion der bekannten My fair Lady-Geschichte. Hier heißt Eliza Doolittle jedoch Bill Snipson, ein junger Mann aus der Working Class und waschechter Cockney aus Süd-London, der zum Gentleman erzogen werden soll, um standesgemäß das Vermögen sowie den Titel eines Earls erben zu können. Nur dass Me and my Girl  älter ist und besser! In den 30er Jahren uraufgeführt, in den 80er Jahren wiederentdeckt – das „Lambeth-Walk-Musical“ ist wirklich sehr komisch, voller eingängiger Melodien und vitaler Charaktere – und very British!