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Nova - Imperfecting Perfection

Musiktheater für Sopran, zwei virtuelle Sänger, Bratsche und Live Elektronik von Franz Danksagmüller (Uraufführung)

Donnerstag, 20. Juni 2019, 19.30 Uhr
Orchesterzentrum Dortmund

Die Singularität – die Verschmelzung der Menschheit mit künstlicher Intelligenz zu einem allmächtigen und allwissenden Netzwerk – ist der Ausgangspunkt der Oper.

Während unser Planet immer weniger bewohnbar zu werden droht, erscheint das Leben in der virtuellen Welt immer verlockender.

Die Menschen verbinden sich mehr und mehr mit dem System, in dem alles möglich zu sein scheint. Es existieren keine Grenzen, keine unerfüllbaren Wünsche und die Erweiterungsmöglichkeiten scheinen – losgelöst vom begrenzenden Körper – unendlich zu sein.

Doch mit der Unendlichkeit, der Grenzenlosigkeit und der Tatsache, dass jeder alles erreichen bzw. sich selbst erschaffen kann, verschwinden auch Ehrgeiz, Ansporn sowie alle weiteren Emotionen. Beliebigkeit und Gleichgültigkeit machen sich breit und die exponentiell verlaufende Entwicklung führt zu einem zeitlichen Stillstand.

Dadurch, dass alle Individuen zu einem System zusammengewachsen sind, heben sich die Unterschiede schließlich auf, es bleibt ein einziges Bewusstsein, ein singuläres Wesen übrig.

Alle Vorkommnisse werden berechenbar – es gibt keine Überraschungen, keine Lebendigkeit mehr.

Das System erkennt die Gefahr des Stillstands, der gleichbedeutend mit der Auflösung seiner Existenz wäre, und schafft ein neues Wesen: Nova.

Nova soll als unberechenbarer und unabhängiger Gegenpart das System wieder herausfordern und so zu neuem Leben zurückbringen.

Der Komponist und Organist Franz Danksagmüller vereint in seinen innovativen Projekten, Kompositionen und Live-Elektronik Performances ein weites künstlerisches Spektrum. In seiner Arbeit lotet er die Verbindung von historischer und neuer Musik sowie von klassischen Klangkörpern und neuesten elektronischen Instrumenten immer wieder neu aus.In genreübergreifenden und interdisziplinären Projekten arbeitet er mit Wissenschaftlern und unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten zusammen.

In dem Musiktheater Just Call Me God  mit John Malkovich in der Hauptrolle arbeitete Franz Danksagmüller (Live-Elektronik) mit Martin Haselböck (Musikkonzept und Orgel) zusammen. Das Ensemble gastierte 2017 u.a. in der Hamburger Elbphilharmonie, im Konzerthaus Wien, im Concertgebouw Amsterdam, in Union Chapel in London im House of Music in Moskau.

In seinen jüngsten Projekten verbindet er seine Kompositionen mit Visualisierungen und Filmaufnahmen. Dazu zählen sounding science – mehrere, auf wissenschaftlichen, mathematischen und demographischen Daten basierte Kompositionen, broken Bach – ein Live-Remix von barocker Musik für Orgel und Live-Elektronik, sowie dávny, eine Komposition aus Klängen und Bildern von verlassenen Orten und zerstörten Instrumenten.

Komposition & Musikalische Leitung:
Regie:
Kostüme:
Versuchsleiter (Stimme der Wholeness):
Live Elektronik: