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Die Lage

Schauspiel von Thomas Melle

»Es gibt drei Argumente:
Lage, Lage, Lage
Denn die Lage ist unveränderlich und von Dauer
Je besser die Lage, desto wertbeständiger das Objekt
Bausubstanz, Grundriss, Wohnfläche
Das kann alles verändert werden
Nur die Lage nicht
Die Lage ist ewig
Die Lage ist alles«

Die Lage

Samstag, 10. April 2021

Es geht um die Kapitalisierung des Wohnungsmarktes, die Rendite, die exorbitant steigenden Mieten, den perversen Wettbewerb der Suchenden mit immer absurderen Absicherungen auf Seiten der Besitzenden und was das Ganze mit dem Individuum macht und was das für menschliche Beziehungen bedeutet. Wie in einer Versuchsanordnung schickt Thomas Melle uns durch die Welt der Wohnungsbesichtigungen, der aufgehübschten Interessent*innen, der zwischengeschalteten Makler*innen, der Gentrifikation, den Kosmos der Verlierer und Gewinner.
Zu letzteren gehören die großen Wohnungunternehmen, die institutionellen Investoren. Sie sind die Profiteure des Imobilienbooms, des vergangenen Jahrzehnts. Eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben, die sich durch geringe Besteuerung und Vererbung noch verstärkt. Melle deutet an, wohin eine Gesellschaft steuert, wenn sich durch sinkende Zinsen und steigende Mieten der Klassencharakter zu verfestigen droht...